Ich habe Stress! – Besinnungslos im Advent

Über die Un-Besinnlichkeit der Adventszeit.

Besinnlichkeit? Adé…

So entspannt die Einkäufe meiner Weihnachtsgeschenke ablaufen – ein Hoch auf den Online-Handel – so hektisch startete heute meine Woche im Büro.

Alles Kleinscheiß, alles Kleinkram, was mich heute aufgebracht hat. Will aber koordiniert, in die Wege geleitet und am 23.12. um 23:59 Uhr abgehakt sein.

Natürlich ist mein Empfinden subjektiv und ich lasse mich gerne darin coachen, nicht auf den Schnellzug der Adventshektik aufzuspringen!

Aber heute im Büro war ich soweit.

Wenn sich der Unterschriftsberechtigte stillschweigend in den Weihnachtsurlaub verabschiedet hat, wenn der Rechnungsschluss schon längst erfolgt ist, wenn noch finanzielle Entscheidungen in letzter Minute anstehen, wenn sich Belegordner dematerialisieren…

Ich war soweit. Ich sprang auf den Schnellzug der Adventshektik auf. Ich hatte Stress.

Ich habe geflucht und musste echt meine Gedanken zusammen nehmen. Ich habe ToDo-Listen verfasst um etwas zu haben, an dem ich mich festhalten kann. Hat geholfen. Ein bisschen…

Habe meinen Wochenplan umgeworfen. Dabei gegrummelt und mich den Umständen ergeben…

Von Adventshektik getrieben

Ich weiß nicht warum das so ist. Aber jeder von uns weiß, dass das Jahr nur maximal 53 Wochen á 7 Tage hat. Und jedes Jahr aufs Neue wird uns das frühestens am 01. Dezember, am Nikolaustag oder am ersten Advent bewusst.

Da wollen sich plötzlich alle nochmal treffen, und zum besinnlichen Adventskaffee hetzen. Da wollen plötzlich alle ihre Wunschzettel abarbeiten. Da wollen alle plötzlich noch die Versäumnisse der vergangenen 11 Monate nachholen.

What the f***

Erschwerend kommt hinzu, dass dieser un-besinnliche, offiziell 31-tägige Dezember weniger Arbeitstage hat als alle anderen 31-Tage-Monate. Da schummeln sich 2 Feiertage aus der Arbeitstag-Liste. Da verabschieden sich Menschen unverschämt früh in den Weihnachtsurlaub. Da will auch nicht jeder „zwischen den Jahren“ zum arbeiten ins Büro.

Also alles schnell und fix und flott vorher erledigt. Vom Familienwahnsinn gar nicht zu reden.

Vorweihnachtszeit ist Vata-Zeit

Die besinnliche Vorweihnachtszeit ist, dem Ayurveda nach, Vata-Zeit. Die Unruhe, der (gefühlte oder reale) Zeitdruck nimmt zu. Viel will erledigt werden, vieles fordert unsere Aufmerksamkeit.

Und dann diese adventlichen Extras: Weihnachtsmarkt, Oratorien und Konzerte, Weihnachtsfeiern in der Firma, im Verein, Basteln mit der Familie…

Ein Traum. Ein adventlicher Albtraum, wenn man 100% abarbeiten will. Um danach abgearbeitet zu sein.

Vielleicht machst Du Dir einmal mit einem Blick in Deinen Kalender bewusst, was Du alles im Dezember stemmen willst oder musst.

Daher gilt bis zum 24.12.: Augen zu und durch. Eins nach dem Anderen. Wegstreichen, was wegzustreichen geht. Prioritäten setzen. Die Rabatt-Schnäppchen kommen eh erst im Januar.

Am 24.12. gilt dann: „Noch Punkte auf der ToDo-Liste? – Schei** drauf!“ Nicht mehr das Haus verlassen, außer zum Krippenspiel oder für Besuch. Tee trinken.

Vorfreude auf die Zeit „zwischen den Jahren“

Sind die Feiertage „überstanden“ mit all dem heimeligen Familien-Getümel, dann startet „zwischen den Jahren“ die Kapha-Zeit. Wir kommen endlich zur Ruhe. Einige von uns sacken richtig in sich zusammen…

Vorfreude pur, auf: zu dicke Gänsebäuche, eine persönliche Jahresbilanz, Winterspeck ansetzen, das neue Jahr übermüdet und etwas antriebsarm begrüßen.

Alles zu seiner Zeit

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es.

Erst das unruhige Vata, dann das lethargische Kapha.

So hat alles seine Zeit!

Besinnliche, nicht besinnungslose Weihnachten!

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