Jahresrückblick 2016 – ein Jahr „In mir Zuhause“

Ein Jahresrückblick 2016, noch bevor das Jahr zu Ende ist.

Warum schon heute?

Weil jetzt Zeit ist. Weil jetzt die Energie dazu ist.

Zwischen Wintersonnenwende und Weihnacht, wo wir die Stille, den Stillstand erahnen.

Wo gleichzeitig noch immer Vata wirkt um uns herum.

Ich frage mich heute, was das Jahr 2016 nun war

Ein gutes, ein schlechtes?

Ein langweiliges, ein spannendes?

Eines mit Stillstand, eines mit Bewegung?

Und ich antworte mir selbst: Ja. Sechsmal Ja.

Und ich klappere mal acht meiner Lebensbereiche ab…

Meine Familie, Freunde

Ich bin dankbar, dass ich eine Familie habe, die mich liebt und unterstützt. Viele kleinere Dinge könnte ich ohne Hilfe zwar allein bewältigen, aber mit sehr viel Kraft- und Zeitaufwand. Ich habe, so meine ich, zu allen ein gutes Verhältnis.

Allein jenes zu meiner Schwester ist… keins? Darf ich das schreiben? … Am Tag ihrer Hochzeit Anfang Juli, während der Trauung, wurde mir klar, dass ich meine Schwester gar nicht wirklich kenne. Dieser Bruch wird für dieses Jahr ungeklärt bleiben.

Was ich nicht getan habe in diesem Jahr: Mich ausreichend um meine Freunde aus der realen Welt zu kümmern. Wir schreiben über die Sozialen Medien und im What’sApp. Und schaffen den Sprung hin zu einem echten Treffen nicht. Weil sie so weit von mir, ich so weit von ihnen weg wohne?

Meine Liebe

Micha ist der Mensch, der ein halbes Jahr nach der MS-Diagnose in meinem Leben aufgetaucht ist. Und er ist in meinem Leben geblieben. Ja, immer noch in einer Fernbeziehung. Immer noch ein Telefonat jeden Abend.

In diesem Jahr ist mir sehr bewusst geworden, dass Micha an meiner Seite ist. Vor einigen Jahren verstand ich nicht, dass jemand zu mir sagte: „Sei froh, dass er bei dir bleibt, viele gehen nach einer Diagnose wie deiner.“ An manch schlechten Tagen, an denen es mich abwärts zieht, verstehe ich nicht, dass er bei mir bleibt. Dann sagt er: „Marit, hör auf, so dumm zu denken. Du bist das beste, das mir passieren konnte.“

Meine Gesundheit

Erst, wenn du etwas verloren hast, erkennst du dessen Wert, so sagt man.

Im letzten Vierteljahr ist mir bewusst geworden, wie weit weg ich vom Ideal der Gesundheit bin. Ich habe meinen Grad der Vikriti bestimmt (das ist der ungesunde, nicht balancierte Zustand der drei Lebensenergien im Ayurveda). Meine Vikriti ist ausgeprägt und sie manifestiert sich seit diesem Jahr auch auf der Ebene sichtbarer körperlicher und metabolischer Merkmale. Merkmale, die zeigen, wie stark ausgeprägt die Energie des Vata in mir ist. Die Energie, die, nicht balanciert eine MS begünstigt und im Körper hält. Dahinein habe ich mich 2016 manövriert. Ganz klar, wie eine Aufgabe fürs kommende Jahr lauten wird.

Meine Gedanken dazu:

Wie der Ayurveda die MS erklärt

Ich habe es in diesem Jahr nicht geschafft, an SoWi-Seminaren teilzunehmen. Allein das Achtsamkeits-Wochenende von breathworks hat geklappt.

Meine Gedanken dazu:

Sonja und die Sowi Therapie

Wie Dir Achtsamkeit hilft, Unangenehmes anzunehmen

Achtsamkeit für Dich selbst – die Spoon Theory

Ich habe im Spätsommer nochmal meinen indischen Doktor konsultiert. Nachdem ich nach 2 Therapiezyklen entkräftet den dritten  vor 2 Jahren nicht angetreten habe. Ich glaube an die Wirkkraft des Ayurveda. Ich weiß aber auch, dass ich in meinem Stadium eine Linderung erwirken, eine Heilung nur erbeten kann. Es ist langwierig, sagte der Doktor.

Ich nutze meine Walking Stöcke in 2016 nun durchgängig. Sie sind zu einem Lauf-Teil von mir geworden. Das Laufen selbst fällt schwer, ich mache viele Pausen. Spazieren gehen ist sinnfrei, denn ich gucke auf den Boden und nicht in die Landschaft um mich herum.

Meine Gedanken dazu:

Zu dritt auf vier Beinen

Mein persönliches Wachstum

Auch in diesem Jahr habe ich meine ayurvedisch-psychologische Beraterin konsultiert. Ich glaube schon, dass ich an mir selbst wachse. Oftmals merke ich es nur indirekt, wenn ich mir selbst die Antworten und Lösungen präsentiere.

Ich wachse auch mit diesem Blog, den ich Anfang des Jahres begonnen habe. Ich merke, dass ich schreiben kann. Dass ich auch sehr bewusst und aktiv zuhören kann.

Meine Gedanken dazu:

Die Kutsche des Lebens

Über Selbstliebe und Selbsterkenntnis

Meine Spiritualität

Was ich aus meiner Reflexion über die bisher nur mäßigen Wirkerfolge des Ayurveda bei mir gelernt habe: Ich war nicht mit vollem Herzen, mit bittenden Seele dabei. Ich habe mich mit meinem Geist-Denken oft selbst boykottiert.

Meine Arbeit, Berufung, Karriere

Ich bin auch in diesem Jahr ohne reguläre Arbeit. Darüber habe ich mich lange definiert und möchte es auch weiterhin. Nur bin ich keine 100%-Angestellte mehr. Aber eine 100%-Frührentnerin will ich auch nicht sein (insb. will ich nicht VOR meiner Mutter in Rente gehen, das kratzt sehr an meinem Selbstwert). Das dazwischen finde ich schwierig. Geschriebene Bewerbungen haben nicht gefruchtet, eher gefrustet. Denn mein Schwerbehindertenausweis hat mich immer nur eine Stufe weiter gebracht im Auswahlprozess: Bis zum Gespräch.

Meine Arbeit in diesem Jahr bestand aus einem Minijob, Physiotherapie-Sitzungen, Blogartikel schreiben, und ab Spätsommer meinem Fernstudium. Ich lerne das, was mich seit einigen Jahren umtreibt: Ich werde Ayurveda-Gesundheitsberaterin. Für mich selbst, und damit auch für andere.

Meine Freizeit, Hobby, Erholung

Ich habe in diesem Jahr keinen wirklichen Wegfahr-Urlaub gemacht. Das macht sich schon bemerkbar, ich bin etwas „arm dran“, was neue Erlebnisse im Außen angeht. Dennoch, ich will nicht klagen! Ich habe ein wunderbar kraftspendendes Achtsamkeits-Wochenende, die großartige Anouska Shankar im Konzert, und die wunderbaren Kerle vom „Neues Globe Theater“ in „King Lear“ erleben können.

Ich wünschte, ich könnte Erholung aus Unternehmungen und kleineren Abenteuern ziehen. Aber jede Reise, jede Fahrt und jede Wegstrecke kosten Kraft und Überwindung.

Ich wünschte mir von mir selbst mehr Durchhaltevermögen und Willenskraft, wenn es darum geht, Körperübungen für mich selbst als einen wichtigen Teil der Erholung, ja als Hobby wertzuschätzen.

Meine Finanzen

Ich darf als arbeitsloser, von staatlicher Unterstützung lebender Mensch keinen wirklichen Finanzpuffer besitzen.

Mein Wohlstand – Summe von allem

Den Wohlstand ziehe ich gesondert heraus. Erst stand er bei den Finanzen, aber er definiert sich nicht allein über diese… Gerade merke ich beim Schreiben, was sich hinter dem Wort alles verbirgt.

WOHL-STAND

  • die Anerkennung, das „Standing“ im Außen. Wie wirst du wahrgenommen, wo ist dein Platz in der Gesellschaft? Bist du akzeptiert, wie und wo du gerade bist?
  • die Anerkennung im Innen. Meine ich es gut mit mir? Bin ich zufrieden, so wie ich mein Leben lebe und meine Entscheidungen treffe?

ich glaube, ich habe „wohl Stand“. Wohlstand.

Warum ich das glaube? Weil ich mit meinem Rückblick mir selbst zeige, was gut lief in diesem Jahr und was weniger gut. Welche Richtung ich eingeschlagen habe und ob ich dieser im nächsten Jahr weiter folgen sollte oder nicht.

Wohlstand kann also bedeuten, wohl zu wissen, wo man steht. Um bereit zu sein für den nächsten Schritt.

Weißt Du bereits, wohin Dich Dein nächster Schritt hinführt?

Bildquellen

  • 035_BlogImage_wide: Marit Mueller

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