Steh zu Deinen Fehlern! – über Freundschaft, Ritter, Krieger des Lichts

Marie hat heute Geburtstag, und ich schreibe heute für sie.

Und für alle, denen ich in Freundschaft verbunden bin.

Und für Dich.

Ich bin eine Ritterin

Marie nennt mich eine Ritterin. Da stecke die Hälfte meines Vornamens drin, sagt sie: MaRitterin.

Ich habe nur eine vage Vorstellung, warum sie in mir eine Ritterin sieht.

Vielleicht, weil ich schon 2 mal in meinem Leben auf einem Pferd saß? – Das Wort „Ritter“ kommt ja von „Reiter“ und beschreibt seit dem Mittelalter eine Person, die vermögend genug ist, sich ein (Streit-) Ross zu leisten.

Hippotherapie - Reiterin und Ritterin

Hippotherapie – Reiterin und Ritterin

Oder vielleicht, weil ich mir erlaube, für eine – vornehmlich eine gute – Sache zu streiten? – Man(n) zog nämlich im Mittelalter zu Pferd aus, um für seinen Herrn und für mehr oder minder gute Sache zu kämpfen (erobern oder verteidigen).

Ritter mit Lanze nach Mittelalter-Art (pixabay.com)

Ritter mit Lanze nach Mittelalter-Art (pixabay.com)

Ohne erhobenen Zeigefinger

Ich hab das Gefühl, dass dies kein „normaler“ Text wird. Vielleicht sogar ohne großen Fingerzeig oder Aufforderung. Dafür eher mit Tendenz zum theatralisch-philosophisch-spirituellen…

Für Marie bin ich eine Ritterin. Denke ich länger darüber nach, fühle ich mich geehrt, geadelt, beseelt und geachtet. Sie sieht mehr im mir, als ich selbst sehe.

Dabei wäre ich wirklich gern eine Ritterin! So ganz in Echt, mit Herz und Seele, Haut und Haar! Mutig, furchtlos, immer voran!

Aber wie geht das nun genau..?

Die Ritterin als Krieger des Lichts

Es gibt tatsächlich Handbücher dafür! [1]

Ich habe solch ein Handbuch im Bücherregal: „Das Handbuch des Kriegers des Lichts“. Von einer Ritterin zum Krieger ist es auch gar nicht weit. Beide streiten für das Gute, für sich selbst und für andere.

Das Handbuch beantwortet die Frage

„Was ist ein Krieger des Lichts?“

mit folgenden Worten:

„Es ist derjenige, der das Wunder des Lebens zu begreifen weiß, der um das, woran er glaubt, bis zum Letzten kämpft […] Jeder Mensch ist dazu in der Lage. Und niemand hält sich für einen Krieger des Lichts, obwohl jeder einer sein könnte.“

Ich möchte gern ein Krieger des Lichts sein! Denn im Grunde weiß ich doch um Richtig und Falsch, um Gut und Böse. Höre ich tief in mich hinein, weiß ich, was mir gut tut und was ich will und brauche. Und ich weiß auch, dass es sich lohnt, dafür einzustehen und dafür zu kämpfen.

Jeanne D'arc - eine Ritterin? (pixabay.com)

Jeanne D’arc – eine Ritterin? (pixabay.com)

Freunde und Gegner

Das „Handbuch des Kriegers des Lichts“ ist mir wie eine Anleitung zum Leben leben. Und auch wenn immer vom „kämpfen“, vom „Schlachtfeld“ und „Gegner“ gesprochen wird, so sind diese Worte doch nur Metaphern. Platzhalter für die alltäglichen Handlungen und Reaktionen, Situationen und Räume. Und für unseren unruhigen Geist, für unser Ego.

Auch für das Lebensthema „Freundschaft“ findet das Handbuch Worte:

Ein Krieger des Lichts teilt seine Welt mit den Menschen, die er liebt. Wenn sie mutlos sind, wird er versuchen, sie darin zu bestärken, ihren Träumen zu folgen. In solchen Augenblicken erscheint der Gegner und hält zwei Tafeln in der Hand.

Auf der einen steht geschrieben: „Denk mehr an dich. Behalte die Segnungen für dich selbst, sonst wirst du am Ende alles verlieren.“ Auf der anderen Tafel steht: “ Wie kommst du dazu, anderen zu helfen? Siehst du etwa deine eigenen Fehler nicht?“

Ein Krieger weiß um seine Fehler. Aber er weiß auch, dass er nicht allein wachsen kann und sich nicht von seinen Gefährten absondern darf.

Daher schleudert er beide Tafeln zu Boden, selbst wenn er glaubt, dass sie ein Körnchen Wahrheit enthalten. Sie werden zu Staub, und der Krieger fährt fort, diejenigen anzuspornen, die ihm nahe sind.

Ich finde mich in diesen Worten so tief wieder…

Es tut mir weh, Freunde traurig zu sehen, ihre augenblickliche Ausweglosigkeit, ihre Ratlosigkeit. Das Weder ein noch Aus. Weil ich all das ja auch immer wieder erlebe.

Ich habe gelernt, zuallererst ehrlich zuzuhören. Zuzuhören ist manchmal hilfreicher als guter Rat. Im Erzählen, im Aussprechen lösen sich oftmals Blockaden im Kopf, kommen neue Gedanken dazu. Kommen neue Ideen und Wege. Kommen auch Lösungen…

Was die Freunde gar nicht bemerken: Sie haben sich selbst aus ihrer Blockade befreit. Sie haben sich selbst Antworten gegeben. Diesen ihren Weg dahin zu beobachten, macht mich selbst glücklich. Ich lerne aus der Suche der Freunde, dass die Antworten doch so oft in uns selbst zu finden sind.

Ich habe auch gelernt, dass nur ehrliches Zuhören mir erlaubt, einen Rat zu geben. Vielleicht gar nicht mal einen Rat. Vielleicht nur einen Wegweiser. Ein Schupser genügt. Hauptsache den ersten Schritt machen!

Und doch, es nagt auch in mir! In mir arbeitet das Ego, dieser egoistische, selbstzentrierte Teil meiner Selbst.

„Denk mehr an dich. Behalte die Segnungen für dich selbst, sonst wirst du am Ende alles verlieren.“ [1]

Was, wenn mein Freund mich überflügelt, nur weil ich ihm einen Rat gegeben habe? Wenn er viel mehr rausholt als ich? Wenn ihm meine Idee weiterhilft, während ich auf der Stelle trete, stecken bleibe?

Ja. Solche Gedanken habe ich. Auch oder gerade mit meinem Blog hier, meinen Beiträgen. Ich drehe mich und schaue in so viele Richtungen. Ich probiere und berichte. Ich arbeite an mir und meinem Mindset. Und habe doch manchmal das Gefühl, wie auf Treibsand zu stehen. Die Rolltreppe in die falsche Richtung zu benutzen…

“ Wie kommst du dazu, anderen zu helfen? Siehst du etwa deine eigenen Fehler nicht?“ [1]

Und wie ich meine Fehler sehe! Meine Unentschlossenheit. Mein 50.000 Mal drüber nachdenken und abwägen, bis ich in die Gänge komme. Da geht Zeit drauf. Vertane Zeit? Ich weiß es nicht.

Und darf ich über Dinge hier schreiben, die ich klasse finde, an die ich glaube, für die ich wirklich brenne – und von denen doch nur wenige wirklich messbare, sichtbare Ergebnisse liefern?

Und bin ich gut genug, um euch und Dich zu informieren, aufzuklären? Wo doch andere mit ihren Strategien vielleicht erfolgreicher sind?

Mein Mut zur eigenen Fehlbarkeit

„Ein Krieger weiß um seine Fehler. Aber er weiß auch, dass er nicht allein wachsen kann und sich nicht von seinen Gefährten absondern darf. Daher schleudert er beide Tafeln zu Boden, selbst wenn er glaubt, dass sie ein Körnchen Wahrheit enthalten.“ [1]

Ja! Ich bin wahrhaftig ein Krieger des Lichts! Denn ich weiß um meine Fehler. Ich anerkenne sie. Ohne meine Fehlbarkeit und Fehltritte wäre ich nicht die MaRitterin, die ich heute bin. Die Dir dies alles aufschreibt.

Denn mal ehrlich, wer wäre ich ohne meine Fehler? Oder wo?

Wäre ich nicht krank geworden, hätte ich mich nie auf die Suche nach mir selbst gemacht. Wäre ich nicht auf die Suche nach mir selbst gegangen, hätte ich nie meine kleinen und großen Abenteuer gewagt. Hätte ich nicht meine Abenteuer gewagt, würde ich die Mehrheit meiner Freunde nicht meine Freunde nennen können.

Freunde (pixabay.com)

Freunde (pixabay.com)

Danke, dass ich euch kennen darf. Danke, dass ihr mein Leben bereichert: ich reibe mich an euch und ich lerne durch euch…

Und für dich, liebe Marie: Alles Gute zum Geburtstag!

Bunter Blumenstrauß

Bunter Blumenstrauß

Und sollten Du und ich uns noch nicht kennengelernt haben… Schreib mir! Ich freue mich auf Dich!


Quellen (auch alle Zitate):

[1] Coelho, Paulo: Handbuch des Kriegers des Lichts, Diogenes Verlag AG Zürich, Zürich 2001, S. 41.

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