Über mich

 

Das bin ich, Marit! Das Gesicht zur Webseite.

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Geboren 1979, bin ich sehr behütet aufgewachsen und erfuhr von vielen Seiten viel Gutes. Bis in meine frühen 20er bin ich nie wirklich ins Straucheln geraten. Ich habe mir damals keine großen Gedanken gemacht, weder über meine Leistungsfächer in der Abiturzeit, noch über mein Studienfach. Es war einfach klar, dass es was Ingenieur-technisches sein sollte. Etwas klar definiertes, etwas mit Struktur. Richtig oder Falsch. Ja oder Nein. Hält oder hält nicht. Groß über Alternativen habe ich nicht nachgedacht … Diese Zeit betrachte ich rückblickend als meine blauäugige Zeit: ich war lebensfroh und lebte dennoch oberflächlich.

Während meines Studiums fand ich mich erstmals in sich immer wiederholenden Konflikten wieder, vorzugsweise seelischer Natur. All das konnte ich nicht einordnen. All das habe ich verdrängt. All das gipfelte nach zwei Wochen Krankenhausaufenthalt in der Diagnose „Multiple Sklerose“. Und ich hörte die Ärzte sagen: “ … Da können wir Ihnen zwei Medikamente anbieten, die Sie sich spritzen: Alle drei Tage oder einmal die Woche. Und sonst leben Sie Ihr Leben einfach so weiter wie bisher.“ Und das habe ich gemacht. Ich habe mich für das wöchentlich zu spritzende Präparat entschieden, denn Eins ist weniger als Drei. Ich habe so weiter gelebt wie bisher, ohne zu reflektieren. So tickte ich: Technik gläubig. Ignorant zu mir selbst. Damals war ich gerade 22 … Diese Zeit nenne ich meine blinde Zeit: Mein Körper wurde krank. Ich war blind auf dem Weg in die Krankheit und ich blieb blind für viele Jahre.

Heute lebe ich in einer Zeit der Augenöffner … Die Marit mit 22 kenne ich heute nicht mehr. Würde ich ihr gegenüber stehen, ich würde nur den Kopf schütteln. Der ewige Traum, „noch einmal jung zu sein“ bereitet mir persönlich Unbehagen. Ich möchte auf keinen Fall noch einmal sooo verpeilt durch die Welt gehen wie in meinen 20er Lebensjahren … Meinen ersten Augenöffner erfuhr ich 2011 während eines Meditations-Retreats. Ohne große Erwartungen angemeldet, erlebte ich durch die Meditation tiefen inneren Frieden und ein Gewahr werden für meinen eigenen Körper. Ich bin heulend zusammen gebrochen, als mir so unmittelbar bewusst wurde, dass ich den Kontakt zu mir selbst verloren hatte, und dass ich tatsächlich mehr bin als nur Kopf, Gehirn und ewig plapperndes Ego.

Seitdem bin ich auf dem Rückweg. Ich habe erkannt, dass mein persönlicher Rückweg über die Seele, über mein Innen gehen sollte. Dass für meinen Rückweg gilt: Gesunder Körper erwächst aus einem gesunden Geist. Seitdem strebe ich nach meinem Ideal: In mir zuhause zu sein. Mich und mein Leben anzunehmen. Meiner Intuition zu vertrauen. Meinen Körper, der mir am nächsten ist, liebevoll zu bewohnen.

Mein Rückweg verläuft nicht schnurgerade, hat keine feste Struktur. Ich mäandere gleichzeitig zwischen Theorien, Medizinsystemen, Heilmethoden und Ideen abseits der Norm. Ich koste unterschiedliche Diäten und erkunde die Untiefen der Sozialsysteme. Ich tausche mein Kostüm von Don Quichotte in das von Baron Münchhausen und ziehe mich selbst „aus dem Dreck“. Ich folge dem großen Oscar Wilde und weiß:

„Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende.“

 

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