Wie Du Dich im Winter vor Stürzen schützen kannst

Wie das klappen kann, darum dreht sich’s heute.

Ein bisschen Physiologie, ein bisschen Warenkunde und eine Empfehlung am Schluss.

Warum ich das als wichtig erachte? Tja…

Auch wenn es mancherorts noch nicht danach aussieht, der Tag wird kommen… Der Tag, an dem der Winter einkehrt. Mit Schnee, Eis und Glätte. Vielleicht isser bei dir schon da?

Wie der Winter herausfordert

Winter ist Schnee, Schneemann, Glitzer, Schneeengel, dicke Socken, Mütze, Schal.

Winter ist schön.

Und für mich vor allem schön anstrengend.

Schon auf trockener Strecke laufe ich mit Bedacht, achte auf Unebenheiten, setze bewusst einen Fuß vor den anderen.

Auf schneebedeckter, glatter Strecke ist das alles nochmal um einigen schwieriger. Weniger Haftung, mehr Balanceakt.

Und oft bin ich in den vergangenen Wintern hingefallen.

Wie sich saisonales Hinfallen unterscheidet

Hinfallen im Winter hat eine andere Qualität als Hinfallen im Sommer.

Im Sommer wird gestolpert. Und Du fällt i.d.R. nach vorne. Knie und Schienbeine aufgeschürft, Hosenbeine aufgeschlagen.

Im Winter wird ausgerutscht. Und Du fällt nach hinten. Aufs Gesäß, wenn’s ganz dumm läuft sogar aufs Steißbein. Das nimmt Dir dann die Luft. Das Aufstehen fällt um einiges schwerer.

Warum Schneeketten nicht nur Auto-Gadgets sein sollten

032_00_by_Canislupus

Gegen das Ausrutschen, gegen den fehlenden Gripp der Autoreifen, hat meine Freundin, die im Erzgebirge wohnt, ihre Schneeketten im Auto. Die legt sie an die Reifen an, sobald sie sich mit dem Auto eine Schneise durch den Gebirgsschnee schlagen muss. Weil der Schneepflug mal wieder HINTER ihr fährt…

Schneeketten sind eine feine Sache. Und so habe ich mal Schneeketten-Helferlein für die Spezies „Stadtmensch“ heraus gesucht.

Die Unterschiede sind riesig. Von „das kann nicht klappen“ bis „gut durchdacht“.

Hacke statt Spitze – die Physiologie des Laufens

Bevor es los geht, ist es gut zu verstehen, wie Laufen funktioniert. Guck Dir hierfür die kurze Sequenz auf YouTube an.

Du erkennst, dass der Fuß zuerst auf der Ferse aufsetzt und dann über das Fußgewölbe zum Zehenballen abrollt.

Dies zu verstehen ist wichtig, um gut entscheiden zu können, welches Helferlein Dich wirklich unterstützt.

Schneeketten-Helferlein – Schluss mit Ausrutschen

Drei Helferlein stelle ich Dir vor.

  • den „Ballenpikser“
  • den „Hybrid“
  • die „Rundum-Spirale“

Der „Ballenpikser“

  • ist eine kleine Metallplatte mit nach unten gebogenen Zähnen, die – gehalten von zwei Bändern – unter dem Schuhballen sitzt.

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  • ist nur für Leute, die wie in der rhythmischen Sportgymnastik mit den Zehen resp. Zehenballen zuerst auftreten. Aber rhythmische Sportgymnastik passiert auf der Matte und nicht im Schnee.
  • liegt ungenutzt bei mir in der Ecke. Denn ich habe die leise Ahnung, dass der „Ballenpikser“ keinen Halt auf glattem Schnee/Eis bietet – weil die Ferse ungeschützt bleibt.
  • läuft bei mir unter „das kann nicht klappen“.

 

Der „Hybrid“

  • ist eine Mischung aus Gummiplatte mit Fußballschuh-Spikes und gekreuzten, um Gummibänder gewickelter Spiral-Ketten, welche ebenfalls um Schuhspitze und -ferse festgeklemmt wird.

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  • macht schon einiges besser als der „Ballenpikser“, da man bei ihm erahnt, dass die Spiral-Ketten auch die Ferse schützen soll. Tun sie dennoch nicht ausreichend, weil die Spiral-Ketten konstruktionsbedingt die Ferse gar nicht erreichen.
  • lässt die Ferse ungeschützt. Und liegt deswegen bei mir auch nur im Schrank.
  • läuft bei mir unter „gut gemeint, schlecht konstruiert“.

 

Die „Rundum-Spirale“ (Markenname Yaktrax Pro)

  • besteht – auseinandergeklappt – aus drei Metallspiral-Kreuzen, die sich um Gummibänder wickeln und welche ebenfalls mit Gummischlaufen an Schuhspitze und -ferse fixiert wird.

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  • besitzt zusätzlich ein Klettband, welches als Schlaufe von einer zur anderen Schuhseite über den Schuhspann gezogen wird und den Yaktrax am Schuh fixiert.
  • ist finanziell das Prämium-Modell gegenüber Ballenpikser und Hybrid.
  • ist aber auch in der Konstruktion das Prämium-Modell
  • zeigt einen guten Fersenschutz (gut zu sehen im nachstehenden Bild welches die Schuhsohlen mit Hybrid (unten) und Yaktrax (oben) vergleicht)

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  • gräbt sich durch die Metallspiralen gut in Schnee und überfrorene Untergründe und moderat in Eis ein
  • kann auch in Bussen/Bahnen etc. anbehalten werden, ebenso auf den ersten/letzten Metern im Gebäude

Du ahnst es! Ich empfehle logischerweise den Yaktrax. Dafür bekomme ich keine Provision. Aber ich tue es guten Gewissens, weil ich weiß, dass er funktioniert.

Der Hersteller beschreibt sein Produkt selbst als „Schuh-Schneeketten“.

Der Yaktrax ist seit mehreren Jahren mein Winterbegleiter, der sobald sich dieser ankündigt, in meinen Rucksack wandert und dort bis zum Frühjahr auch wohnt.

Der Yaktrax schützt mich nicht 100 prozentig vom Stürzen. Aber er minimiert das Risiko, weil er mir die Ferse, mit der ich zuerst auftrete, zuverlässig schützt.

Seine Bewährungsprobe hatte der Yaktrax vor einigen Jahren, als sich in meiner Heimatstadt nachmittags eine Wetterfront breitmachte, die sog. Blitzeis brachte. In Sekunden überfrierender Regen. Die Stadt verwandelte sich in eine Eisfläche. Die elektrischen Oberleitungen froren ein, die Straßenbahnen und S-/Regionalbahnen stellten ihren Betrieb ein. Alleine die Busse schusselten nach Notfall-Fahrplan durch die entleerten Straßen. Alles kam zum Erliegen. Alle schusselten. Ich lief. Meine Schneeketten unter die Schuhe geschnallt. Langsam und vorsichtig. Aber ich lief.

Mein Vorschlag an Dich, wenn Du Dir das Winterleben erleichtern und sicherer machen willst:

Such Dir „Schneeketten“ für Deine Schuhe, die

  • Deine Ferse bedecken, denn die Ferse berührt beim Laufen als erste den Boden.
  • einfach anzubringen sind.
  • die vorzugsweise die ganze Schuhsohle abdecken,
  • die nicht stark auftragen, so dass Du sie auch gut in Bussen/Bahnen und Gebäuden tragen kannst

Ich wünsche Dir eine gute Winterzeit!

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