Coimbraprotokoll und MS #10 – Meine Erfahrungen

Es sind jetzt gute 4 Monate vergangen, in denen ich mich um eine Fortschreibung dieses tagebuchähnlichen Formats gedrückt habe.
Weil ich wieder mal der Meinung bin, dass es nichts zu erzählen gibt. Dass ich nichts berichten kann an Neuerungen, Durchbrüchen, an “Good News” eben. Dafür gibt’s zwischendrin viel Gefluche – und am Ende bunt Versöhnliches!

Symptome, Kombis und Kontrollen

Symptome

Die Errungenschaften aus dem letzten Bericht haben sich nicht verstetigt, sie kommen und gehen. Es mag an der Anspannung liegen, die in mir steckt. An einer ungesunden Unzufriedenheit mir selbst gegenüber, weil ich gefühlt gerade nix gewuppt bekomme in diesen schlappen Zeiten…

Kombination CP und LDN

Es hat sich nicht so glorreich angelassen, wie gedacht. Meinen ursprünglichen Plan, mit 1,5 mg LDN zu starten und 2wöchig um je 1,5 mg zu erhöhen bis zur Maximaldosis von 4,5 mg, habe ich schnell aufgegeben. Die Annahme, dass ich ja aus dem Jahr 2015 an LDN “gewöhnt” wäre, war falsch. Unter gleichzeitiger Einnahme von D3 bin ich nicht über eine Dosierung von 1,0 mg gekommen. Es traten vermehrt Schmerzen, Spastiken und Phasen von Schlaflosigkeit auf. Diese Symptome kenne ich aus der 2015er Anwendung gar nicht… Sehr bescheidener Start…

Ein mir bekanntes Symptom unter LDN des leicht verstärkten nächtlichen Harndrangs ist zu verschmerzen. Weitere Veränderungen in der MS-Symptomatik, die ich explizit aufs LDN beziehen könnte, traten aber nicht auf.

Ich tingle momentan zwischen 0,5 und 1,0 mg LDN pro Abend.

Kontrollen

Seit Beginn der kombinierten Anwendung von CP und LDN sind alle meine Blutwerte voll akzeptabel, das PTH bleibt auf niedrigem Niveau mit Luft nach unten. Somit halte ich auch meine D3 Dosis seit Januar konstant.

Anfang Juni gibt es die nächste Kontrolle, Anfang August den nächsten Termin beim PA – oh, ich wurde zart gerügt ob meiner Terminsäumigkeit…

Erlebtes

Verdunstet und Vernebelt

Ende März erreichte mich die Erkältungswelle. Ich habe sie mit Nasenspülungen, Inhalation und viel Nichtstun meisterlich gesurft – und so ebbte sie recht schnell wieder ab. D3 wirkte bei mir gefühlt als Genesungsbeschleuniger, auch wenn ich seinen Einfluss nicht wirklich quantifizieren kann. Zumindest war ich schnell übern Berg, und vielleicht hat ja wirklich das D3 ihn versetzt…

Endgültige Genesung erfuhr ich dann aber durch den Knoblauch, welcher in gefühlt und gerochen rauer Menge den Speisen im Café Madrid/Leipzig zugesetzt war.

Was trieb mich zum Spanier? Der Knobi sicher nicht, aber ein erstes Treffen der Coimbristas in Mitteldeutschland war’s wert. Es war ein Abend mit angenehmen, fröhlichen Menschen, mit regem Austausch. Es hat gut getan, aus dem Gefühl des Einzelkämpferdasein heraus zu kommen – Facebook Gruppe hin oder her…

Was ich an diesem Abend aber an mir bemerkt habe: ich ruhe mich aus auf dem Grundlagenwissen, was ich zu D3 habe. Und zu anderen Substanzen. Und zur Forschung. Und…
Ich habe gemerkt, dass ich müde werde, zu suchen. Dass mir Antrieb und Kraft fehlen, um mich “gegen das Establishment” zu stemmen. Dass mir die Ausdauer fehlt, um mich in neue Themen einzugraben – ist das das Sprunghafte der Vata-Energie, die in mir mit der MS so überhand genommen hat? So vieles erscheint mir spannend, an so vielem verliere ich schnell wieder die Lust…

Mit Beginn des Aprils ist Vernebelung aufgezogen. Die vermaledeite Zeitverschiebung hat mich geplättet. Dieses “lange hell” verstärkt mein Energiedefizit – man schläft ja eh schon bescheiden, aber das “lange hell” wird schnell zu einem *what the hell*, wenn meine Löffel schon um 18:00 Uhr verbraucht sind, aber draußen alles wie “never ending Sonnenschein” aussieht.
Ich erlebe mich gerade müde, erschöpft und symptomatisch eher auf der Schattenseite des Lebens, trotz “lange hell” – was für eine fiese Ironie!

Meine MS ist in Bewegung, nur sind wir zwei uns nicht über die Richtung einig. Wir sagen zwar beide “Vorwärts immer!” – nur beim “Rückwärts nimmer!” will sie irgendwie nicht mitziehen.
Und so erlebe ich, dass sich Schwere und Schwäche in Armen und Händen zeigen, Bewegungswiderstände machen sich breit. Ja, es ist tagesformabhängig (gestern z.B. hab ich an diesem Text 3 Sätze geschafft, heute wiederum halten die Finger gut mit dem Kopf mit). Ich bemerke, dass mir das Schneiden des Sonntagsbratens schwer fällt. Ich bin halt auch zu wenig im Training, denn auf meinem Teller behalten Gemüse, Reis und Dal die Oberhand, also Gabel- und Löffel-Food…

Gedampft, Gedämpft und *Mimimi*

Es war im Januar, als eine “Dampfe” bei mir einzog. Also eine e-Zigarette. Also ein Verdampfer. Damit konsumiere ich kein Nikotin, sondern CBD. Vom Verdampfen von CBD-haltigem “e-Liquid” verspreche ich mir eine erhöhte Resorption im Körper im Vergleich zur oralen Einnahme von in Öl gelöstem CBD. Ich meine, es tut seine Wirkung. Und geschmacklich ist auch mehr Varianz möglich als nur: “es schmeckt grün”.
Ich dampfe vor dem Schlafen, oder tagsüber wenn eine Unternehmung ansteht die meine “volle Fitness” verlangt – also eigentlich bräuchte ich so eine Darth Vader Atemmaske zur Dauerbedampfung… so wegen der Fitness.

Ich meine, da sollte ich aber mal einen Extra-Text draus machen, das sprengt hier den Rahmen…

Und bevor es weitergeht ein Aufruf!
Wer einen Neurologen in L. an der P. kennt, mit Kapazitäten im Terminkalender und Kapazitäten im Denken neuer Wege, der möge mir beherzt schreiben!

Denn! Im Februar hatte ich einen Termin beim Neurologen. Für diese Geschichte muss ich kurz ausholen. Seit 18 Jahren bin ich in ein und derselben Praxis, ca. 14 Jahre davon auch bei ein und derselben Ärztin. Nach deren Hinübergleiten gen Ruhestand werde ich nun zwischen In-Weiterbildung-Ärztinnen hin und her gereicht. Bei jedem Aufschlag ein neues Gesicht – und immer wieder meine Geschichte aufs Neue. Wenn denn Interesse besteht… *Mimimi*

Und aufgrund dieses gefühlten Desinteresses am Patienten, sobald er selbstdenkend aus der Medikamenten-Reihe tanzt so wie ich, habe ich meine Termine in der Praxis bis ins homöopathische ausgedünnt… Mein letzter Aufschlag liegt also 1 1/2 Jahre zurück, vor Beginn des CP’s. Damals dachte ich, ich informiere mal die Praxis über eine sinnvolle Behandlungsalternative. Die Kurzfassung: Meine Infos zum CP wurden mit Dank weggeheftet… *Mimimi*

Die Kurzfassung (Gedächtnis, verkürzt) des Februartermins, jetzt mit Gesicht Nummer drei:

Ärztin: Machen Sie jetzt CP?
Ich: Ja.
Tut Ihnen das gut?
Ja, kleine Dinge verbessern sich. Und zumindest hab ich keine Nebenwirkungen.
Und eine klassische Behandlung lehnen Sie weiterhin ab?
Was haben Sie mir denn anzubieten?
Eine Basistherapie (BT).
Vielen Dank, ich bin ein gebranntes Kind.
Alles Gute und auf Wiedersehen. Ach ja, und in spätestens einem halben Jahr bin ich hier weg.

*Aaargh* – Wer wird wohl Gesicht Nummer vier?

Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.”

Mark Twain

Ja, Mark, ich weiß es!!! – Ich bin genervt und desillusioniert zugleich. Nach 150 Minuten Warten auf apfelgrünem Hartplastik ist das also die Ausbeute…

Und Mark so: “Aber was hast du denn erwartet, liebe Marit? Dass du als mutige CP-Pionierin umjubelt wirst? Verständnis für deine “Abwege”? – Mädel, schraub sie runter, deine Ansprüche an andere… Enttäusch’ dich nicht immer wieder aufs Neue.”

Danke, Mark!

Kurze Zeit später bin ich bei meiner Hausärztin in der Sprechstunde. Die Kurzfassung der Unterhaltung (Gedächtnis, verkürzt):

Hausärztin: Sie hatten ja einen Termin beim Neurologen. Lief wohl nicht so?
Ich: Wieso? Steht das im Bericht?
Ja, kann man raus lesen, dass Sie nicht Willens waren für eine BT.
Ne, bin ich auch nicht. Hab ich 12 Jahre gemacht. Die einzige anhaltende Wirkung war die Nebenwirkung!
Ja, aber vielleicht werfen Sie doch mal einen Blick…, es kann ja nicht schaden…, da probieren Sie mal was und wenn das nix ist…
Ja, kann ich ja mal machen…

*What the hell* Ich werde hier echt manipuliert!!! Es ist hier niemandem mehr zu trauen.. Selbst jetzt, wenn ich das schreibe, arbeitet es in mir… Ich teste mich doch hier nicht durch harmlose Halsschmerztabletten!!! Das sind doch teure Keulen ohne gesicherten Mehrwert…

… Aber bis zu dieser Erkenntnis war ich 2 Tage völlig durch den Wind, habe gezweifelt an allem was ich gemacht, wofür ich mich entschieden, was ich vielleicht verpasst habe… Ich habe mich, meine Existenz, meine Erfahrungen, meinen Intellekt in Frage gestellt. Ich hab geheult und war schon drauf und dran!

Und nachdem sich das manipulierte und manipulierende Ego ausgetobt hatte, meldete sich der Bauch. Und er fragte, was sich denn richtig anfühle. Und ich: “Das, wofür ich mich entschieden habe!” – Und damit war alles gesagt, und alles entschieden… Und ich bin wieder auf Spur – Alles ist gut!

Gerollt und Gestaunt

Nach dem unflätigen Fluchen nun ein Strauß an leicht verdaulichen Erlebnissen. Die in meiner Wahrnehmung immer so schnell untergehen… Was doof ist, denn das (Er)Leben kann sich halt auch von diesen bunten Seiten zeigen…

Quelle: Marit Mueller

Ich präsentiere stolz die Frühjahrskollektion meiner Klorollen: Diesmal zieren zart duftende Lavendelrollen das Bad – neben einer feinen Auswahl an landwirtschaftlichen Nutztieren – So macht Dauerpullern Spaß!

Quelle: Marit Mueller

Ich war mit meinem Micha auf Sofa-Jagd im Möbelhaus – in dem es naturgemäß “metert”. Und ich bin immer wieder stolz auf unsere Idee, den Palettenwagen zu nutzen – auf dass ich entspannt durch die Gänge geschoben werden konnte – Ganz klare Empfehlung zum Nachmachen!

Quelle: Marit Mueller

Ich habe angefangen, Brandlasten zu reduzieren. Sprich, ich miste meine Unterlagen aus Abitur- und Studienzeiten aus. Damit gewinne ich eh keinen Blumentopf mehr… Aber, du wirst es nicht glauben, es ist weniger leicht als gedacht. Da verstecken sich halt doch Erinnerungen und mein halbes Leben drin – Genug Stoff für einen gesonderten Artikel.

Quelle: Marit Mueller

Ich hatte Besuch von einer so unglaublich lieben Person. Eigentlich sind wir uns für die Zeit, die wir uns kennen, viel zu selten über den Weg gelaufen. Und doch haben wir zwei diese sehr vertraute Verbindung… Das ist einfach schön -und seitdem begleitet mich Kosmetik, die eigentlich für den georgischen Markt bestimmt ist: Kolkhuri – Werbung aus Überzeugung!

Quelle: Marit Mueller

Frühlingszeit ist Entenzeit. Das Pärchen besucht den Garten schon seit Jahren und nimmt alle seine Ecken in Besitz. Dass aber auch die Dächer der Nachbarschaft okkupiert werden, war mir neu!

Und jetzt, als Rausschmeißer: Werbung!

Seit April kooperiere ich mit naturalie°.

naturalie° vertreibt Nahrungsergänzungsmittel (NEM). Der schlaue Kopf dahinter heißt Robert, dessen Frau auch dem CP folgt. Robert legt großen Wert darauf, dass alle die von ihm angebotenen Produkte frei sind von unnötigen Zusätzen, Farb- und Konservierungsstoffen. Robert lässt in Deutschland produzieren! Mehr über die Idee hinter naturalie hier

Bei naturalie° sind beinahe alle Produkte in braunen Gläsern abgefüllt. So kann ich diese gut weiterverwenden, oder weiß genau, über welchen Glascontainer ich sie dem Recycling zuführen kann. Das gefällt mir!

Aktuell teste ich die Vitamin D Tropfen mit 10.000 IE.

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naturalie° ist einer der wenigen Anbieter, die D3 so hochdosiert in MCT-Öl gelöst im Programm haben! Und das in einer großen Pipettierflasche mit 50 ml bzw. 1.250 Tropfen Inhalt. Zu einem sehr guten Preis.
Diese Kombination macht das Produkt absolut CP-tauglich und ist meine Empfehlung an dich!

° Affiliatelink/Werbelink – Folgst du dem Link und kommt dadurch ein Kauf auf der Seite naturalie.de zustande, erhalte ich für diese Vermittlung eine kleine Provision. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten!.


Ich hoffe, ich entlasse dich frohgemut und gut unterhalten! Bleib mutig!


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Bildquellen

  • 083_FrühjahrsKollektion: Marit Mueller
  • 083_FrühjahrsRallye: Marit Mueller
  • 083_FrühjahrsPutz: Marit Mueller
  • 083_FrühjahrsFreude: Marit Mueller
  • 083_FrühjahrsEnten: Marit Mueller
  • Coimbraprotokoll: naturalie.de
  • 071_BlogImage-CP: Marit Mueller

2 Kommentare

  • Liebe Marit – wieder einmal ein einleuchtender und eindrücklicher Abriss Deiner Erlebnisse. Für mich zählt schlussendlich Dein Fazit – höre auf Deinen Bauch! Tue das, was sich gut anfühlt und nicht, was andere von Dir erwarten. Dazu gehört Mut, aber es stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein, wenn man sich bestätigt fühlt. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und kann es bestätigen. Aber was immer Du tust, ich werde immer die Deine sein und bewundernd zu Dir auf (oder besser runter) schauen. XXX

    • M
      Marit Mueller

      Liebe Marie, danke dir! Ja, der Bauch ist schlauer als der Kopf. Aber ich glaube, dass dieser Erkenntnisprozess bei mir in lebenslanger Dauerschleife laufen wird 😉

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